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  Gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung und Fast Food

aus LKZ vom 15.Juli 2005

(tiwi) - Die Schüler der 7. Klasse der Johannes-Kullen-Schule in Korntal-Münchingen haben sich Gedanken darüber gemacht, ob eine ausgewogene Ernährung mit Fast Food möglich ist. Dazu haben sie eifrig recherchiert und auch mit der Ernährungsberaterin Berit Wagner von der AOK gesprochen. Was die Nachwuchs-Reporter alles herausgefunden haben, präsentieren sie den Lesern der Ludwigsburger Kreiszeitung auf dieser interessanten Seite.

Der Burger-Test

Stiftung Warentest hat 19 Burger aus Supermärkten und Fast-Food-Restaurants untersucht und der Cheeseburger von McDonald's machte das Rennen. Das sollte nicht falsch verstanden werden: Burger mit Pommes sind kein gutes Menü. Fast Food bringt meist viel Fett, aber wenig Vitamine und Ballaststoffe. Vor allem die Super-Size-Portionen machen schnell dick.

Trotzdem: Der Cheeseburger von McDonald's wiegt 113 Gramm und enthält 15 Gramm Eiweiß und knapp elf Gramm Fett. Sein Energiegehalt: 284 Kilokalorien. Das lässt noch Spielraum für Salat und eine kleine Portion Pommes. Dazu noch eine Apfelschorle und schon würde auch der Cheeseburger eine recht ausgewogene Hauptmahlzeit ergeben. Super-Size-Portionen bringen dagegen vor allem eins: viel zu viele Kalorien.
TimoWoschny


Schon früh geprägt

Wie wir in der Ludwigsburger Kreiszeitung gelesen haben, werden Essgewohnheiten schon im Kindergartenalter geprägt. Studien belegen: einmal Fast Food, immer Fast Food. Es wurde berichtet, dass Wissenschaftler der Universität Dijon in einer Langzeitstudie festgestellt haben, dass Menschen sich ihre Essgewohnheiten im Alter von zwei bis drei Jahren aneignen. Die Forschungsgruppe hat zwischen 1982 und 1999 die Essgewohnheiten von 418 zwei- bis dreijährigen Kindern beobachtet. In den Jahren 2001 und 2002 wurden diese Kinder erneut dazu befragt. Die inzwischen zum Teil Erwachsenen hatten nahezu die gleichen Vorlieben wie einst. Dabei spielten weder der Beruf noch das Körpergewicht eine Rolle.
Kevin Pflieger


Der Energiebedarf

Der Energiebedarf hängt von :
Alter, Körpergröße, körperlicher Betätigung und Geschlecht ab. Frauen brauchen etwas weniger Kalorien als Männer. Necmi Gündogan hat die Durchschnittswerte für beide Geschlechter nach Altersgruppen zusammengestellt:
4 bis 6 Jahre: 1450 kcal
7 bis 9 Jahre: 1800 kcal
10 bis 12 Jahre: 2150 kcal
13 bis 14 Jahre: 2450 kcal
15 bis 18 Jahre: 2800 kcal
19 bis 24 Jahre: 2700 kcal
25 bis 50 Jahre: 2600 kcal.


Verdauungsorgane rund um die Uhr im Einsatz

Richtges Kauen und konsequente Zahnpflege beugen Erkrankungen vor
Wenn die Verdauung im Magen auch nur vier bis fünf Stunden dauert, so kann der ganze Prozess bis zur Ausscheidung der Rückstände an die 20 Stunden dauern, so dass die Verdauungsorgane praktisch ständig arbeiten.

Um ein störungsfreies Funktionieren des Verdauungsapparate sicherzustellen, sollten folgende Ratschläge beachtet werden:

Mäßig essen: Die Verschiedenartigkeit der Nahrungsmittel ist wichtiger als die Menge. Ein ausgewogener täglicher Speiseplan sollte so zusammengestellt sein, dass alle wesentlichen Grundnahrungsmittel berücksichtigt sind. Zu ihnen gehören: Getreide, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse und Früchte.

Richtig kauen: Die Verdauungssäfte wirken am Speisebrei leichter, wenn die Nahrungsmittel gut gekaut sind. Deshalb sollte man nicht hastig essen, die Nahrung in kleinen Bissen zu sich nehmen und langsam und auf beiden Seiten des Mundes kauen. Nach dem Essen Zähne putzen: Wenn man die Speisereste zwischen den Zähnen nicht entfernt, wandeln die Mundbakterien den Zucker der Nahrung in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen.

Übertriebenen Zuckerkonsum vermeiden: Ein Übermaß an Süßigkeiten oder Limonade trägt ebenfalls zur Entstehung von Karies bei, vor allem, wenn es den Zähnen an Fluor und Kalzium mangelt.

Starke körperliche Anstrengungen nach dem Essen vermeiden: Bei der Verdauung benötigt der Körper viel Energie, so dass es bei einer Störung dieses Prozesses (Verdauungsstörung) zu Sodbrennen, Völlegefühl oder anderen Beschwerden kommen kann.

Dennis Kaila


Die Mehrheit der Schüler frühstückt nicht

Zisch-Reporter befragen andere Klassen zu ihren Essgewohnheiten

Um herauszufinden, welche Essgewohnheiten die Mitschüler haben, fragten die Zischer in verschiedenen Klassenstufen nach. Entgegen ihren Erwartungen zeigten sich die Mitschüler sehr bereitwillig und beantworteten folgende Fragen: Was ist für dich gesunde Ernährung? Isst du regelmäßig? Was frühstückst du? Was isst du in der Pause? Isst du auch zwischen den Hauptmahlzeiten? Gehst du gerne zu Mc Donald's und warum? Wie viel Taschengeld gibst du für Essen im Monat aus? Die Ergebnisse waren trotz des teilweise großen Altersunterschieds recht ähnlich. Interviewt wurden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 2, 4, 7 und 9 im Alter zwischen sieben und sechzehn.

Bei der Frage, was gesunde Ernährung für sie sei, kamen meistens die Antworten „Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Salat und Vollkornbrot". Mehr als die Hälfte der Schüler gaben an, nicht regelmäßig zu essen und auch nicht zu frühstücken. Durch die Versorgung der Schüler in der Jugendhilfeeinrichtung essen alle Schüler in ihrer Gruppe zu Mittag. Fast alle Schüler essen ab und zu zwischen den Mahlzeiten.

Auf die Frage, ob die Schüler gerne zu Mc Donald's gehen und warum gab es recht unterschiedliche und teilweise erstaunliche Antworten. Zum Beispiel: „Nein, weil es dick macht." „Ja, weil es schmeckt." „Ab und zu, weil ich dann keine Zeit habe, mir was zum Essen zu machen." „Einfach nur weil ich Lust drauf habe." „Aus Bequemlichkeit."

Die monatlichen Ausgaben für Essen, damit waren Süßigkeiten, Fast Food, Bäckerei gemeint, lagen zwischen null und fünfzehn Euro.

Daniel Nisch


Was der Organismus des Menschen benötigt

Fast alle wichtigen Stoffe müssen über die Nahrung aufgenommen werden

Der Sauerstoff aus der Luft ist der einzige lebenswichtige Stoff, den die Zellen direkt aufnehmen. Alle übrigen Nährstoffe stammen aus den Nahrungsmitteln.

Sie erfüllen drei grundlegende Funktionen in unserem Organismus. Sie stellen Energie zur Verfügung, damit der Mensch sich bewegen kann und damit alle Organe richtig arbeiten können. Sie liefern das für das Wachstum und für die Erneuerung der verschiedenen Gewebe benötigte Material. Sie liefern die zur Regulierung des Stoffwechsels notwendigen Substanzen.

Die Kohlenhydrate sind die wichtigste Energiequelle. Durch die Verdauung werden sie in Zucker verwandelt, später in Glukose, welche dann vom Blut aufgenommen wird, und deren Überschuss in Form des Glykogens in den Muskeln und in der Leber gespeichert wird.

Die Fette werden, sobald sie aufgespalten sind, von den Lymphkapillaren des Dünndarms aufgenommen und ins Blut abgegeben. Das überschüssige Fett sammelt sich unter der Haut an, wo es „Fettrollen" bildet.

Die Eiweiße sind das Material, das dazu dient, die Millionen Zellen, die täglich zugrunde gehen, zu ersetzen, die Gewebe zu erneuern und das Wachstum des Körpers zu gewährleisten. Sie werden vor allem durch Aminosäuren gebildet, von denen der Körper einige selbst herstellt. Andere, die essentiellen Aminosäuren, müssen mit Hilfe der über die Nahrung zugeführten Eiweiße aufgebaut werden. Der Organismus benötigt außerdem verschiedene anorganische Stoffe aus den Nahrungsmitteln, die Mineralsalze, die im Körper entweder als kristallisiertes Salz oder gelöst in den Zellen oder im Blut vorkommen. Auch ist das Wasser, das sich in allen Nahrungsmitteln befindet, ein unverzichtbarer Stoff: Es macht 60 bis 70 Prozent des Körpergewichts aus.

JessicaKunze


Ein Selbstversuch mit Folgen

Morgan Spurlock isst drei Monate lang nur Burger

Im Selbstversuch wollte Morgan Spurlock, ein amerikanischer Regisseur, der Frage nachgehen, ob man sich allein mit Produkten einer Fast-Food-Kette vernünftig ernähren kann. Einen Monat lang hat er täglich drei Mahlzeiten zu sich genommen. Dabei hat er jedes Produkt aus dem Angebot mindestens einmal bestellt. Wurde ihm ein Maxi-Menü (englisch: supersize) angeboten, durfte er nicht ablehnen. Bereits nach einigen Tagen erbrach Spurlock die Burger, Kopfschmerzen und Depressionen traten ein, seine Lust auf Sex verschwand. Ärzte begleiteten den Selbstversuch. Am Ende des Monats stellten sie fest, dass Spurlock über zwölf Kilogramm zugenommen und vor allem die Leber stark unter dem Ansturm der gesättigten Fettsäure gelitten hatte. Außerdem war der Cholesterinspiegel drastisch gestiegen.

Morgan Spurlock hat seinen Selbstversuch dokumentiert und unter dem Titel „supersize me" in die Kinos gebracht.



Viel Obst und Gemüse statt Burger und Pommes

AOK-Emährungsberaterin Berit Wagner steht Siebtklässlern Rede und Antwort -

Fast Food macht dick

Sie selbst hat noch nie einen Döner gegessen. In Sachen Ernährung ist sie Expertin. Die Zisch-Reporter interviewten Berit Wagner, Diplom-Ingenieurin für Ernährungsberatung bei der AOK in Ludwigsburg. Berit Wagner ist seit 1986 bei der AOK als Ernährungsberaterin in unterschiedlichen Bereichen tätig. Sie bietet auch Koch- oder Gewichtsreduktionskurse an und berät Kranke.

Zisch: Wenn man gesund leben will, was sollte man dann täglich essen?

Wagner: Obst und Gemüse und man sollte sich an der Ernährungspyramide orientieren. Gibt es mehr gesundes oder ungesundes Essen?

Ich würde sagen es hält sich die Waage, es kommt darauf an, was ich auswähle.

Welches Essen ist ungesund?

Eigentlich nur größere Mengen sehr fettiger Nahrung.

Ist es gut, hin und wieder Süßigkeiten zu essen?

Nun, gesund ist es nicht, denn der Körper braucht Süßigkeiten nicht notwendigerweise. Ein Richtwert wäre 50 Gramm Zucker pro Tag.

Was kann man essen, wenn man wenig Zeit und keine Lust hat, sich etwas zu kochen?

Schnelle gesunde Kleinigkeiten sind Obst, Obstquark oder ein Brot. Was zusätzlich satt macht wäre eine Banane.

Wie gesund ernähren sich die Kinder und Jugendlichen heutzutage?

Zum Großteil recht ungesund. Das spiegelt sich wider im Gewicht. Viele haben Übergewicht. Einige schon Altersdiabetes, was auch mit falscher Ernährung zusammenhängt.

Stimmt es, dass Äpfel die Zähne sauber halten?

Ich kann mir das nur so erklären, dass sich durch das Kauen, wenn man zum Beispiel Obst isst, weniger Plaque auf den Zähnen bildet.

Was ist Fast Food?

Übersetzt heißt es „Schnelles Essen". Die Definition ist, Fast Food ist ein bearbeitetes, standardisiertes Essensangebot, das in verzehrfertigen handlichen Portionen mit eingeschränkter Produktionsvariation am Ort des sich Befindens ausgehändigt wird.

Ist Fast Food gesund?

Na ja, wichtig ist was, wie viel davon und wie oft kann ich es essen? Bei insgesamt ausgewogener und vollwertiger Ernährung ist gegen einen gelegentlichen Konsum sicherlich nichts einzuwenden.

Wird man von Fast Food dick oder schneller dick?

Ja!

Macht Fast Food eigentlich süchtig?

Fast Food macht nicht süchtig, aber es kann zu einer schlechten Gewohnheit werden.

Wie viel sollte man täglich trinken?

Man sollte über den Tag verteilt in jedem Fall 1,5 Liter trinken. Der Mensch hat einen Flüssigkeitsbedarf von 3 Litern pro Tag. Davon sollte er 1,5 Liter über die Nahrung und 1,5 Liter über Getränke zu sich nehmen.

Welche Getränke sind gesund?

Mineralwasser, reiner Obstsaft, Krauter- oder Früchtetee oder Gemüsesaft. Ungesund hingegen sind Getränke, die stark gezuckert sind.

Benedikt Kober


In der Johannes-Kullen-Schule wird auf gesundes Essen Wert gelegt.

Bild: Richard Zeller