Indirekte
Verknöcherung (chondrale Ossfikation) z.B. langer
Röhrenknochen:
Aus embryonalen Bindegewebe entseht
hyainer Knorpel. Der Knorpel wird dann durch Knochengewebe ersetzt.
Die enchondrale Ossifikation bedeutet, daß das Knochengewebe im
Knorpelinneren - dem Kern - gebildet wird, und die perichondrale
Ossifikation bedeutet, daß der Knochen in der Außenhaut des Knorpels
durch Anlagerung von Osteoblasten entsteht. Nach vermehrter
Gefäßeinsprossung verschmilzt der Knochenkern mit der knöchernen
Außenhülle zum fertigen Röhrenknochen. Die Knorpelzellen verbleiben
nur noch in der Wachstunsfuge, und sorgen hier noch für das
Längenwachstum, bis auch dieser Teil verknöchert ist.
Direkte Verköcherung (desmale Ossifikation) z.B. die
Schädelknochen:
Im embryonalen Bindegewebe häufen sich
die Osteoblasten an, und beginnen sofort mit der Bildung von
Knochengrundsubstanz (verkalkt vor bzw. nach der Geburt in Form der
Knochenbälckchen) - also den Kollagenfasern und den Calciumsalzen.
Es entstehen Deckknochen, auch Geflechtknochen genannt.
Bestandteil eines Röhrenknochens:
I ) Knochen von außen:
1. proximales
Knochenende (Epiphyse)
2. Knochenschaft (Diaphyse)
3. distales
Kochenende (Epiphyse)
4. Metaphyse
II ) Knochen von
innen:
1. Knochenhaut (Periost)
2. Knorpelüberzug
(hyaliner Knorpel), schützt den Knochen vor Druck und Reibung
3.
Knochenbälckchenstruktur (Spongiosa), mit rotem blutbildendem
Knochenmark
4. Markhöhle mit gelbem verfettetm Knochenmark
5.
Innere Knochenhaut (Endost)
6. kompakte Knochenmasse
(Compacta)
7. verknöcherte Wachstumslinie (Epiphysenfuge)
Knochentypen:
- Röhrenknochen: außen sehr dicke Knochenschicht
(Kompacta), innen aufgelockerte Struktur (Spongiosa)
- Kurze Knochen: meist würfel oder quaderförmig (z.B.
Handwurzelknochen). Die Außenschicht ist dünner als beim
Röhrenknochen, und geht ohne scharfe Grenze in die schwammartige
Innenschicht über
- platte Knochen: Zwischen zwei festen Außenschichten
befindet sich ebenfalls eine spongiöse Innenschicht (Schädel,
Schulterblatt, Sternum, Rippen, Becken)
Ernährung des Knochens:
1. Aus der
Periost sprossen winzige Blutgefäße in den Knochen ein und versorgen
ihn von außen.
2. Größere Arterien durchbohren die Kortikalis und
ziehen zum Markraum. Dort verzweigen sie sich zu einem Gefäßnetz und
versorgen den Knochen von innen.
Bildung von
Knochengewebe:
Knochengwebe gehört zum
Binde- und Stützgewebe; deswegen sind typischerweise Zellen
vorhanden. Osteoblasten sind für den Aufbau der Knochengrundsubstanz
zuständig. Sie scheiden Kalziumphosphate und Kaliziumarbonate aus.
Diese Salze kristallisieren entlang der Kollagenfasern und mauern
die Osteoblasten ein. Es entstehen Osteozyten (es findet keine
Zellteilung mehr statt).
Das Gewebe verhärtet sich. Es bildet
sich Knochenstruktur.
Die Osteoklasten sind die Gegenspieler.
Dieser Zelltyp kann Knochen wieder auflösen. Es entsteht ein
dynamisches Gleichgewicht.
Längenwachstum:
=> der knöcherne Anteil auf der Diaphysenseite
wächst. Gegen Ende der Pupertät werden die Knorpelzellen inaktiv.
Sie hören auf, sich zu teilen. Die Wachstumsfuge wird ebenfalls
knöchern durchbaut => Epiphysenlinie
Wachstum in die Breite:
Die
Osteoblasten bauen von außen an, während die Osteoklasten von innen
her abbauen. Allerdings bauen die Osteoblasten mehr auf, als die
Osteoklasten abbauen können. Der Knochen wird dicker.
Mikroskopie und
Physiologie:
- der Knochen besteht aus Lamellen mit belastungsabhäniger
Anordnung
- die Knochensubstanz ist druck- und zugfest, wenig auf Biegung
belastbar
- der Knochen ist eine lebende Substanz, er besteht aus Zellen
- Vitalität: innerhalb von zwei Wochen ist der gesamte
Calciumhaushalt ausgetauscht
- die Blutversorgung ist gut, Stoffaustausch hoch
- Mineralpeicher
- es findet ein ständiger Auf- und Abbau von Knochengewebe
statt.
- Vitamin D - Hrmon: entsteht aus Vorstufen unter UV -
Bestrahlung der Haut
- Parathormon und Calcitonin: sind Gegenspieler !
Parathormon: vermehrte Calciumausscheidung aus dem Knochen.
Calcitonin: hemmt die Freisetzung von Calcium aus dem Knochen
- Sexualhormone:Im Zusammenhang mit dem Wachstumshormon
STH und dem Östrogen / Testosteron kommt es während der Pupertät
zum Wachstumsschub
- Vit. A, B12 und C: sind für die Regelung der
Osteoblasten- und Osteoklastentätigkeit von Bedeutung
Gelenke:
unechte Gelenke ( Synarthrosen ):
- bindegewebige Verbindungen ( Syndesmosen ) finden sich
an den Fontanellen des Neugeborenen und zwischen den beiden
Knochen des Vorderarms und Unterschenkels = bandhaft
- knorpelige Verbindungen ( Synchondrosen ) finden wir
bei der Schambeinfuge, bei der Verbindung zwischen Rippen und
Brustbein, sowie bei der Epiphysenlinie des kindlichen
Röhrenknochens und bei den Bandscheiben = knorpelhaft
- knöcherne Verbindungen ( Synostosen ) finden wir beim
Schädel, beim Kreuzbein, beim Hüftbein und bei der Epiphysenlinie
des Erwachsenen = knochenhaft
freie ( echte ) Gelenke
( Diarthrose ):
verbinden Skelettabschnitte beweglich
miteinander. Die Aufgaben sind:
- Gewährleistung bestimmter Bewegungsrichtungen
- Hemmung bestimmter Bewegungsrichtungen
- Hemmung eines Bewegungsausschlags
- Gewährleistung leichter, möglichts reibungsloser Beweglichkeit
- Unterstützung ausreichenden Zusammenhalts bei Beanspruchung
auf Zug
- Auffangen des Drucks beim Stehen und
Aufspringen
straffe Gelenke ( Amphiarthrosen
):
geringe Beweglichkeit (z.B. Gelenke zwischen Darmbein
und Kreuzbein)
Synarthrosen:
unbewegliche Knochengelenke, die
mit Knorpel- oder straffem Bindegewebe ausgefüllt sind
Aufbau der Gelenke:
Die
Gelenkflächen sind die Epiphysenaußenflächen. Sie sind vom hyalinen
Knorpel überzogen.
Die Gelenkkapsel ist von zwei Schichten
überzogen:
- Außen: Membrana fibrosa (besteht aus kollagenem Fasermaterial)
und schützt vor Verrenkungen.
- Innen: Membrana synovialis (beinhaltet elastische Fasern,
Nerven und Gefäße) sondert die Synovialflüssigkeit ab
- der Gelenkspalt wird von der Synovia ausgefüllt
- Zwischen Sehne und Knochen liegt der Schleimbeutel (Bursae
synovialis). Er vermeidet Gewebsschäden durch Reibung
- In manchen Gelenkhöhlen liegt ein scheibenförmiger
Zwischenknorpel = Meniskus
Gelenkformen:
- Kugelgelenk: der Gelenkkopf sitzt in der Gelenkpfanne
(drei Freiheitsgrade) z.B. Schultergelenk
- Eigelenk: es stehen ellipsenförmige knvexe und konkave
Gelenkflächen gegenüber (zwei Freiheitsgrade, Beuge - Streck,
Seite - Seite) z.B. proximales Handgelenk
- Sattelgelenk: eine Gelenkfläche hat die Form eines
Sattels, die andere ähnelt der Form eines Reiters (zwei
Freiheitsgrade, vor - zurück, Seite - Seite) Grundgelenk des
Daumens
- Scharniergelenk: eine nach außen gewölbte Gelenksfläche
(knovex) in Rollenform wird von einer konkaven Gelenksfläche
schalenförmig umgriffen (einen Freiheitsgrad)
- Zapfengelenk: es steht eine konvexe, zylindrisch
geformte Gelenksfläche einer konkaven gegenüber.
Wirbelsäule:
Die
Wirbelsäule besteht aus folgenden Abschnitten:
- Halswirbelsäule mit fünf Halswirbeln
- Brustwirbelsäule mit zwölf Brustwirbeln
- Lendenwirbelsäule mit sieben Lendenwirbeln
- Kreuzbein mit 5 Sakralwirbeln, die zu einem Knochen verwachsen
sind
- Steißbein mit 4-5 Steißwirbeln, die zu einem Knochen
verwachsen sind
Zwischen je 2 Wirbeln liegen die
Bandscheiben. Sie bestehen aus einem faserknorpeligen Außenring, dem
Anulus fibrosus, und einem weichen Kern (Nucleus pulposus).
Die
einzelnen Wirbelkörper sind ähnlich aufgebaut. Sie bestehen aus dem
gewichttragenden Teil, dem Wirbelkörper und dem sich nach dorsal
anschließenden Wirbelbogen mit dem Wirbelloch. Innerhalb des
Wirbellochs verläuft das Rückenmark.
Jeder Wirbelbogen ist mit
den zwei benachbarten Wirbelbögen durch Wirbelgelenke verbunden.
Außerdem befinden sich zwischen den Wirbelbögen die
Zwischenwirbellöcher, durch die die Spinalnerven ein- bzw.
austreten.
Der erste Halswirbel (Atlas) besitzt keinen
Wirbelkörper, sondern besteht nur aus einem köchernen Ring. Durch
zwei Gelenke ist er mit dem Hinterhauptsbein verbunden. Dadurch
werden die Nickbewegungen des Kopfes ermöglicht.
Der
zweite Halswirbel (Axis) besitzt einen Knochenzahn, der in den
knöchernen Ring des Atlas hineinragt. Dadurch werden
Drehbewegungen des Kopfes ermöglicht.
Typische
Krümmungen der Wirbelsäule:
- Lordose: nach vorn konvexe Krümmung an Hals- und Lendenwirbel
- Kyphose: nach hinten konvexe Krümmung an Brust- und
Kreuzbeinwirbel